Die Gründe der Entscheidung
Die Gründe der Entscheidung

Der Grund, das Argument und die Diskussionen sind wohl weder aus dem politischen Leben, noch aus dem persönlichen Alltag wegzudenken. So beginnt es doch schon früh genug, wenn der Nachwuchs mit dem ersten „Warum denn?“ nach all jenen Gründen zu fragen beginnt, die die Kinder all die Jahre zuvor einfach so akzeptiert haben. Ab diesem Moment wird deutlich, dass es nicht mehr nur eine bestimmende Meinung gibt, sondern ein mündiger Bürger heranwächst. Und mit den ersten Fragen folgen auch die ersten Diskussionen, in denen man gegenüber dem Kind seine Handlungen zumindest rechtfertigen muss, wenn nicht sogar nachvollziehbar erklären sollte. Schließlich lebt eine demokratische Gesellschaft von einem grenzenlosen Diskurs, auf den sich die Bürger einlassen müssen. Natürlich finden Debatten und Diskussionen in der Politik auf einer anderen Kenntnislage und einem anderen Verhältnis statt, als vor der Eisdiele mit dem Kind, ob es nun eine oder zwei Kugeln Eis bekommt. Der Grund muss aber dennoch geliefert werden, sonst wird der Streit nicht beigelegt.

Gerade in der heutigen Zeit – in der die Welt so kompliziert scheint – müssen immer mehr Entscheidungen getroffen werden. Dabei spielen allerdings oftmals so viele Faktoren hinein, dass eine zuverlässige Entscheidung kaum möglich ist. Trotzdem muss jeder Einzelne viele wichtige Entscheidungen im Verlaufe seines Lebens treffen, um in der Welt zurechtzukommen. Dank der verschiedenen Wissenschaften und Forschungsbereiche hat man doch eine zuverlässige Entscheidungshilfe an die Hand bekommen, mit der man nun wohl Entscheidungen über Leben und Tod beantworten kann. In einer intensiveren Diskussion zeigt sich allerdings auch, dass es diesen einen Grund oftmals gar nicht gibt und man von verschiedenen Faktoren ausgehen muss, die sich gegenseitig beeinflussen. Schließlich zeigt sich doch schon im Regal der Diätenratgeber welche verschiedene Ernährungstheorien derzeitig praktiziert werden.

An diesem Punkt zeigt sich, wie weit man hier einzelnen Theorien und Gesetzmäßigkeiten blindes Vertrauen schenken darf oder nicht; denn, wenn schon die Faktenlage uneindeutig ist, gilt es diese Unsicherheit auch in das Ergebnis mit aufzunehmen. Befindet man sich nun in einer Entscheidungsphase bzw. einer Auseinandersetzung, sollte man doch zumindest für sich selbst die eigene Argumentationsgrundlage vor Augen halten und diese reflektieren. Hat man dabei nämlich ein Risiko gar nicht oder nicht genügend einkalkuliert, kann das verheerende Folgen haben. Der Unternehmer lässt sich sein unternehmerisches Risiko nicht ohne Grund so hoch bezahlen. Es wird also deutlich, aus welchen Gründen man seine eigenen Ansichten kritisch hinterfragen sollte. Denn jeder Einflussfaktor bietet eine Möglichkeit das Ergebnis in eine ungeahnte Richtung zu verändern. Diese Unsicherheiten müssen also auch berücksichtigt werden, wodurch allerdings die Frage aufgeworfen wird, inwiefern der Mensch solche multifaktionalen Situationen entscheiden kann.

Schaut man sich dabei sein eigenes Verhalten bloß einmal selbst an, stellt man schnell fest, dass man nicht immer ganz rational handelt. Genauer lässt sich schon feststellen, dass man meist in emotionsgeladenen und stressigen Situationen unangemessene Entscheidungen trifft. Nimmt man einen Wutausbruch dabei einmal etwas deutlicher unter die Lupe, erkennt man relativ genau, welches Argument und welche Aussage das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Es wird deutlich, dass in solchen Momenten lediglich der eine Grund den entscheidenden Ausschlag auf der Waage bringt und viele Gründe, die vorher dagegengesprochen haben, nicht mehr relevant sind. So kann es auch dazu kommen, dass selbst der gütigste Mensch in einer Notwehrsituation jemand anderen erschlägt, da die Situation eskaliert. Das eigentlich Interessante tritt aber zum Vorschein, wenn man feststellt, dass dieses Panikverhalten auch in normalen Situationen auftritt, in denen sich Menschen überfordert fühlen. Am Beispiel der Angst und der Nervosität sieht man, dass Menschen unter Stress bestimmte Verhaltensmuster ausprägen, die das Verhalten in solchen Stresssituationen bestimmen. Auch wenn diese Reaktionen in den Veranstaltungen der PEGIDA, der AfD und anderen Vereinen münden können, sollte doch angesetzt werden, um den Gesamtkontext hinter dem Verhalten verständlich zu machen.

Beitragsbild: Creative Commons by Michael und Maartje

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